Start Oktober 2026 · Netzbetreiber vorarlberg netz

Peer-to-Peer Stromhandel in Vorarlberg

Vorarlberg hat mit 22,17 ct/kWh den günstigsten Strompreis und mit rund 7,29 ct/kWh die niedrigsten Netzkosten Österreichs. Genau deshalb funktioniert Peer-to-Peer hier anders als im Osten: Der Vorteil entsteht weniger über die Netzkostenreduktion, sondern über den frei verhandelten Preis je Kilowattstunde und über die Bindung eines verlässlichen Partners im eigenen Netzgebiet.

Wappen des Bundeslandes Vorarlberg

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Netzkosten und Ersparnis im Netzgebiet Vorarlberg

Am selben Trafo sinkt das Netznutzungsentgelt um 57 Prozent, am selben Umspannwerk um 28 Prozent. Elektrizitätsabgabe und Erneuerbaren-Förderbeitrag fallen weiterhin an, die Umsatzsteuer wird auf die jeweilige Summe berechnet.

Tarifgebiet Vorarlberg

Vollständige Netzkosten und Abgaben im Tarifgebiet Vorarlberg in Cent je Kilowattstunde
BestandteilOhne P2PTrafo (lokal)Umspannwerk (regional)
Netznutzungsentgelt4,96 ct/kWh2,13 ct/kWh3,57 ct/kWh
Netzverlustentgelt0,39 ct/kWh0,39 ct/kWh0,39 ct/kWh
Elektrizitätsabgabe0,10 ct/kWh0,10 ct/kWh0,10 ct/kWh
Erneuerbaren-Förderbeitrag0,62 ct/kWh0,62 ct/kWh0,62 ct/kWh
Umsatzsteuer (20 %)1,21 ct/kWh0,65 ct/kWh0,94 ct/kWh
Summe7,28 ct/kWh3,89 ct/kWh5,62 ct/kWh
Ersparnis gegenüber ohne P2P3,39 ct/kWh1,66 ct/kWh

Angaben in Cent je Kilowattstunde inklusive Umsatzsteuer. Quelle: Systemnutzungsentgelte und Abgaben laut E-Control; Reduktionssätze laut ElWG. Werte gerundet, unverbindliche Richtwerte. Im selben Gebäude (Gemeinschaftliche Erzeugungsanlage – GEA) wird das öffentliche Netz nicht genutzt, dort entfallen die Netzkosten für die geteilte Menge weitgehend.

Rechenbeispiel in Vorarlberg

Photovoltaikanlage mit 100 000 kWh Erzeugung im Jahr. Wählen Sie Ihre Sicht:

PV-Erzeugung im Jahr
100 000 kWh
Anteil für P2P (30 %)
30 000 kWh

Erlös für 30 000 kWh pro Jahr

Mehrerlös bis € 900 pro Jahr 3 ct/kWh über dem Einspeisetarif von 6,00 ct/kWh.

Rechenweg und Annahmen
  1. 100 000 kWh × 30 % = 30 000 kWh im Direkthandel.
  2. Preisvorteil 3 ct/kWh × 30 000 kWh = € 900 gegenüber dem Einspeisetarif von 6,00 ct/kWh.
  3. Vergleichswert Vorarlberg: Einspeisetarif 6,00 ct/kWh.

Unverbindliche Richtwerte. Anteil und Preisvorteil sind Annahmen und hängen von Lastprofil, Anlagengröße und Vertrag ab.

Marktlage in Vorarlberg

Mit 101 Energiegemeinschaften, 2.400 Bezugs- und 770 Einspeisezählpunkten ist Vorarlberg der kleinste Markt Österreichs – bei 412.307 Einwohnern also deutlich unter dem Durchschnitt. Das heißt aber auch: Der Markt ist offen. Betriebe, die jetzt Partner sichern, haben wenig Konkurrenz um dieselben Erzeuger. Zu beachten ist die Sonderstellung des Kleinwalsertals mit einem eigenen, sehr hohen Netztarif.

Vorarlberg stellt 2,6 Prozent aller österreichischen Energiegemeinschaften bei einem Bevölkerungsanteil von 4,5 Prozent. Österreichweit gibt es 3 868 Energiegemeinschaften mit 144 758 Bezugs- und 57 607 Einspeisezählpunkten.

Einwohner
412 307
Quelle: Statistik Austria, 01.01.2026
Ø Strompreis
22,17 ct/kWh
Quelle: E-Control
Energiegemeinschaften
101
Quelle: E-Control, 06.2025
Bezugszählpunkte
2 400
Quelle: E-Control, 06.2025
Einspeisezählpunkte
770
Quelle: E-Control, 06.2025
Verbraucher je Einspeiser
3,12
Quelle: eigene Berechnung

Netzbetreiber in Vorarlberg

Zuständig ist überwiegend vorarlberg netz. In einzelnen Gemeinden sind weitere Unternehmen zuständig:

  • Stadtwerke Bregenz
  • Stadtwerke Feldkirch
  • Elektrizitätswerke Frastanz
  • Montafonerbahn
  • Getzner, Mutter & Cie.

Ihren Betreiber zeigt der Peer-to-Peer Check nach Eingabe der PLZ.

Für wen sich der Direkthandel in Vorarlberg rechnet

Industrie und Zulieferer im Rheintal

Von Bregenz bis Feldkirch liegen Betriebe dicht beieinander. Direktlieferungen im selben Ortsnetz sind technisch einfach umzusetzen.

Gewerbe im Montafon und Bregenzerwald

Kleinere Netzgebiete mit eigenen Betreibern bedeuten kurze Wege – Erzeuger und Abnehmer hängen häufig am selben Trafo.

Landwirtschaft mit Milchverarbeitung

Sennereien und Betriebe mit Kühlung brauchen konstant Strom und passen gut zu Anlagen auf Wirtschaftsgebäuden in der Umgebung.

Rechtslage und Voraussetzungen

Grundlage ist das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG). Nötig sind Smart Meter mit Viertelstundenwerten auf beiden Seiten, ein Liefervertrag über Menge und Preis sowie die Zuordnung der Zählpunkte beim Netzbetreiber. Abgerechnet wird nur die zeitgleich erzeugte und verbrauchte Menge. Einen Überblick über Peer-to-Peer-Verträge bietet die Informationsplattform des Bundesministeriums. avir übernimmt Partnersuche, Verträge und Abrechnung ab Oktober 2026.

Häufige Fragen zum Peer-to-Peer Stromhandel in Vorarlberg

Wie hoch sind die Netzkosten in Vorarlberg?
Im Netzgebiet Vorarlberg liegen Netzkosten und Abgaben bei rund 7,29 ct/kWh – dem niedrigsten Wert Österreichs. Bei einem Partner am selben Trafo sind es etwa 3,03 ct/kWh, am selben Umspannwerk etwa 4,76 ct/kWh.
Lohnt sich Peer-to-Peer trotz niedriger Netzkosten?
Ja, aber mit anderem Schwerpunkt. Da die Netzersparnis kleiner ist, entscheidet der verhandelte Strompreis. Erzeuger vergleichen mit dem Einspeisetarif, Bezieher mit dem Marktpreis von durchschnittlich 22,17 ct/kWh.
Was gilt im Kleinwalsertal?
Das Kleinwalsertal bildet ein eigenes Tarifgebiet mit rund 22,62 ct/kWh Netzkosten und Abgaben. Dort ist die Ersparnis durch lokalen Direkthandel mit etwa 12,99 ct/kWh die höchste Österreichs.
Welche Netzbetreiber gibt es in Vorarlberg?
vorarlberg netz versorgt den größten Teil des Landes. Daneben betreiben Stadtwerke Bregenz und Feldkirch, Elektrizitätswerke Frastanz, Montafonerbahn und weitere Unternehmen eigene Netze.
Warum gibt es so wenige Energiegemeinschaften?
Mit 101 Gemeinschaften ist Vorarlberg das Land mit der geringsten Zahl. Ein Grund sind die niedrigen Netzkosten, die den Anreiz kleiner machen. Für Peer-to-Peer bedeutet das weniger Wettbewerb um Partner.

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Quellen

Alle Beträge sind gerundete, unverbindliche Richtwerte auf Basis der genannten Quellen und ersetzen keine individuelle Beratung. Stand der Zusammenstellung: September 2026.