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Negative Strompreise: Wie P2P-Verträge PV-Abregelung verhindern können

Ab 1. Oktober 2026 können PV-Produzenten ihren überschüssigen Strom per P2P-Vertrag direkt an Nachbarn oder andere Verbraucher verkaufen – zu einem selbst vereinbarten Preis. Das kann gerade bei negativen Strompreisen attraktiv sein.

19. August 2026 1 Min. Lesezeit
PV-Produzent verkauft überschüssigen Solarstrom per P2P-Vertrag direkt an einen Nachbarn zu einem individuell vereinbarten Preis.

Negative Strompreise: Wie P2P-Verträge PV-Abregelung verhindern können

Negative Strompreise werden für Betreiber von Photovoltaikanlagen zunehmend zum Problem. Wenn an sonnigen Tagen mehr Strom produziert als verbraucht wird, kann der Börsenpreis zeitweise sogar ins Minus rutschen.

Ab 1. Oktober 2026 eröffnet das neue ElWG mit Peer-to-Peer-Verträgen eine interessante Möglichkeit: PV-Produzenten können ihren Strom direkt mit anderen Verbrauchern teilen und zu einem individuell vereinbarten Preis verkaufen. Dafür ist keine eigene Energiegemeinschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit notwendig.

Strom an den Nachbarn statt an die Börse

Ein einfaches Beispiel:

Eine PV-Anlage produziert 20 kWh Überschuss. Der Börsenpreis liegt bei –5 Cent/kWh. Statt den gesamten Überschuss zu diesem negativen Preis zu vermarkten, kann der Betreiber beispielsweise mit einem Nachbarn einen P2P-Preis von 10 Cent/kWh vereinbaren.

Der Nachbar bezieht den Strom, der Produzent erhält den vereinbarten Preis – und beide Seiten können von der direkten Nutzung profitieren.

Der entscheidende Punkt ist allerdings die Abnahmemenge.

Verbraucht der Nachbar nur 12 der angebotenen 20 kWh, bleiben 8 kWh übrig. Diese überschüssigen 8 kWh müssen weiterhin über den vorgesehenen Vermarktungsweg abgegeben werden und können bei einem negativen Börsenpreis entsprechend negativ vergütet werden.

Deshalb wird die richtige Kombination entscheidend

P2P-Verträge können damit gerade bei negativen Strompreisen eine spannende Alternative für PV-Produzenten sein. Entscheidend ist aber, möglichst viel des erzeugten Stroms tatsächlich einem Verbraucher zuzuordnen.

Je besser Produktion und Verbrauch zusammenpassen, desto größer ist das Potenzial, negative Preise zu umgehen und den eigenen Solarstrom zu einem selbst definierten Preis direkt zu verkaufen.

P2P macht aus überschüssigem PV-Strom damit nicht automatisch wertlosen Börsenstrom – sondern kann ihn direkt zum Strom für den Nachbarn machen.

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